Eine Haartransplantation gibt verlorenes Haar zurück, aber wussten Sie, dass Sie dieses transplantierte Haar auch pflegen müssen? Viele Menschen denken, dass eine Transplantation eine dauerhafte „Endlösung“ ist. In gewisser Weise ist das auch so – die verlagerten Haarfollikel (meist von der Rückseite des Kopfes) sind weniger anfällig für Haarausfall. Doch eine erfolgreiche Haartransplantation bedeutet nicht, dass Sie sich nie wieder um Haarausfall kümmern müssen. Ohne Pflege können die Ergebnisse mit der Zeit wieder nachlassen.
Langzeitstudien bestätigen dies. Eine aktuelle 10-jährige Studie begleitete Männer, die sich einer Haartransplantation unterzogen hatten. Zehn Jahre nach dem Eingriff waren die meisten Patienten immer noch zufrieden mit ihrer Transplantation, vorausgesetzt, sie nutzten pflegende Behandlungen gegen Haarausfall. Bei denjenigen, die keine Medikamente einnahmen, nahm die Zufriedenheit ab. Die Studie zeigte auch, dass selbst transplantierte Haare nach Jahren etwas dünner werden können. Dies deutet darauf hin, dass nicht alle verlagerten Haare vollständig „immun“ gegen Alterung oder Hormone sind.
Warum ist Pflege notwendig? Erstens: Eine Haartransplantation bekämpft nicht die Ursache des Haarausfalls. Die zugrunde liegende Empfindlichkeit gegenüber DHT (dem Hormon, das erblich bedingten Haarausfall verursacht) bleibt in Ihrem Körper bestehen. Die Transplantation verlagert Spenderhaare, die relativ unempfindlich sind, aber Ihre ursprünglichen Haare um den Transplantationsbereich können immer noch ausfallen. Ohne Pflege können Sie daher nach einigen Jahren um die transplantierten Haare herum neue Geheimratsecken oder dünne Stellen bekommen – der sogenannte „Insel-Effekt“, bei dem die Implantate noch vorhanden sind, aber die umliegenden Haare verschwinden. Um dies zu verhindern, raten Ärzte fast immer dazu, nach einer Transplantation mit Medikamenten fortzufahren. Diese Mittel schützen Ihre vorhandenen Haare und können den transplantierten Grafts möglicherweise auch eine bessere Umgebung zum Gedeihen bieten.
Zweitens: Obwohl die Spenderhaare aus der Hinterkopfregion stammen (der sicheren Zone, die weniger anfällig für Haarausfall ist), hat sich gezeigt, dass auch Spenderhaar nicht 100% unzerstörbar ist. Faktoren wie allgemeine Alterung, verminderte Durchblutung und Entzündungsprozesse können dazu führen, dass selbst transplantiertes Haar im Laufe der Jahre etwas dünner wird. Dies geschieht langsam – Sie müssen an sehr geringe Rückschritte über viele Jahre denken – aber es ist ein Argument, Ihre Kopfhaut nach dem Eingriff gesund zu halten.
Wie pflegt man eine Haartransplantation? Zunächst, indem man weiterhin mit den bewährten Haarwuchsmitteln behandelt. Es gibt 3 wissenschaftlich erwiesene Methoden zur Stimulierung des Haarwuchses: Finasterid, Minoxidil und Low-Level Laser Therapy (LLLT). Die Active Hair Cap mit LLLT kann die Wundheilung nach der Transplantation verbessern und auch Haarfollikel stimulieren.
Des Weiteren ist eine gute Kopfhautpflege wichtig. Nach der Operation erhalten Sie Anweisungen, Ihre Kopfhaut sauber und hydriert zu halten. Langfristig ist es ratsam, aggressive Shampoos zu vermeiden und milde, pflegende Produkte zu wählen.
Medikation = Zufriedenheitserhaltung: Die bereits erwähnte 10-jährige Studie zeigte deutlich, dass Männer, die nach ihrer Haartransplantation konsequent Medikamente einnahmen, langfristig deutlich zufriedener mit ihrem Ergebnis waren als diejenigen, die keine Pflege betrieben. Der Unterschied bestand darin, dass bei den Medikamentenanwendern das transplantierte und vorhandene Haar weitgehend erhalten blieb, während bei einigen ohne Pflege die Kahlheit um die Transplantate herum zunahm. Mit anderen Worten: Die Transplantation gab ihnen einen „Neuanfang“, aber die Medikation sorgte dafür, dass sie dieses neue Haar auch behielten.
Realistische Erwartungen: Eine Haartransplantation kann fantastische Ergebnisse liefern, aber betrachten Sie sie als einen Teil des Kampfes gegen Haarausfall. Sehen Sie es so: Die Transplantation setzt Haarfollikel an Stellen, wo Sie sie haben möchten, aber den Boden (Ihre Kopfhaut) müssen Sie weiterhin pflegen. Wenn Sie nichts tun, wird die zugrunde liegende Erkrankung (androgenetische Alopezie) in den nicht-transplantierten Haaren fortbestehen. Auch durch normale Alterung können Sie dünner werdendes Haar feststellen. Daher wird eine Transplantation fast immer von einem Pflegeplan begleitet. Tun Sie dies nicht, laufen Sie Gefahr, in 5–10 Jahren zusätzliche Behandlungen zu benötigen oder weniger zufrieden zu sein.
Fazit: Ja, nach einer Haartransplantation müssen Sie weiterhin „pflegen“. Denken Sie an die kontinuierliche Anwendung von Low-Level-Lasertherapie, Finasterid und/oder Minoxidil sowie die allgemeine Kopfhautpflege. Eine Haartransplantation ist ein großer Fortschritt, aber kein Endpunkt Ihrer Haar-Reise. Wer sein neues Haar mit pflegenden Behandlungen pflegt, wird Jahre später immer noch eine volle Haarpracht genießen.